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Manipulierte Wohnmobile: Der Dieselskandal geht weiter

Was für ein Frust: Sie haben sich den Traum vom eigenen Wohnmobil erfüllt, wollen mit Freunden und Familie Freiheit und Abenteuer erleben und erfahren, dass auch Ihr Fahrzeug von Abgasmanipulationen betroffen ist. Die Folgen sind ein erheblicher Wertverlust Ihres Wohnmobils, im ärgsten Fall drohen sogar Stilllegung und Fahrverbot. Doch als betroffener Besitzer eines Reisemobils mit Dieselmotor müssen Sie den Betrug der Automobil- und Motorenhersteller nicht hinnehmen. Hier erfahren Sie den neuesten Stand der Dinge.

Der Dieselskandal hat inzwischen auch die Wohnmobilbranche erreicht. Unter anderem wurde bei Fiat Chrysler Automobiles (FCA) getrickst: Bei den Dieselmotoren Fiat Ducato und Fiat Multijet sowie Iveco Daily wurden die Werte des Stickoxid-Ausstoßes mittels illegaler Abschalteinrichtung künstlich niedrig gehalten. Auf der Straße, also unter realen Bedingungen, überschreiten Wohnmobile mit diesen Motoren den zulässigen Wert aber um das Sieben- bis Fünfzehnfache. Fiat Motoren sind in rund 70 Prozent aller Reisemobile im DACH-Raum verbaut.  

Ebenfalls betroffen ist der VW-Bulli, der Pionier unter den Wohnmobilen. In den T5- und T6-Modellen wurden die Abgaswerte der Motoren ebenfalls per illegaler Software schöngerechnet.

Gute Chancen vor Gericht

Juristisch gesehen wird eine illegale Abschalteinrichtung in Ihrem Wohnmobil als Sachmangel gewertet. Dafür steht Ihnen eine angemessene Entschädigung zu. Die Chancen, vor Gericht einen erheblichen Betrag an Schadensersatz durchzusetzen, stehen für Verbraucher derzeit gut. Immer mehr deutsche Urteile im Abgasskandal fallen zu Gunsten getäuschter Wohnmobilbesitzer aus und entschädigen für den Betrug und den damit verbundenen Wertverlust mit hohen Rückzahlungssummen. Auch in Österreich hat nun das Landesgericht Steyr Fiat zu Schadenersatz verurteilt. Dabei kann der betroffene Kunde wählen, ob er das Fahrzeug behalten oder abgeben möchte. Falls Sie betroffen sind, lohnt es sich also – möglichst frühzeitig – vor Gericht zu gehen, um für den ganzen Ärger wenigstens eine finanzielle Abfindung herauszuholen.